f(t) festival

Erik Satie

 
satie.jpg

Erik Satie (1866–1925) war ein französischer Komponist, dessen Einfluss sich von Neuer Musik über Jazz bis zu Film- und Fahrstuhlmusik erstreckt und bis in die Gegenwart ungebremst fortzuwirken scheint. Mit Abweichungen vom Dur-Moll-Schema, einem Hang zu radikaler Reduktion und einer Reihe geistreicher, konzeptioneller Ideen gilt er als Vorreiter späterer Entwicklungen wie Minimal Music, Konzeptkunst und Ambient (bei Satie „Musique d’ameublement“ – Möbelmusik – genannt). In seinen „Memoiren eines Gedächtnislosen“ schrieb Satie 1912: „Jeder wird Ihnen sagen, ich sei kein Musiker. Das stimmt.“ 

Das wenige Takte umfassende „Vexations“ für Klavier, 840 mal zu wiederholen, wurde in Saties Nachlass gefunden und erst 1963 auf Anregung von John Cage uraufgeführt. Dauer: 19 Stunden. Das Werk ist möglicherweise das erste in der Geschichte europäischer Konzertmusik, das seine Wirkung hauptsächlich mit dem Mittel der exakten Wiederholung erzielt. Lange Zeit galt es als längstes Musikstück der Geschichte, bis es von John Cages „ORGAN²/ASLSP“ abgelöst wurde: ein Werk, dessen Aufführung in Halberstadt seit 2001 andauert und im Jahr 2640 enden soll.

Es gibt unterschiedliche Ansätze, dem enormen zeitlichen Ausmaß von „Vexations“gerecht zu werden. Mehrere Aufführungen wurden mit Gruppen verschiedener Pianisten realisiert. Wenige Interpreten versuchten sich auch an Solo-Selbstversuchen, oft gekürzt um einige hundert Wiederholungen. Einspielungen wie etwa die 1983er Fassung von Reinbert De Leeuw verwiesen in Text wie auch in der grafischen Gestaltung auf die Möglichkeit, die 840 Wiederholungen mechanisch zu erzielen: die Schallplatte müsste dazu 24 mal abgespielt werden.

Bei f(t) wird die Automation direkt umgesetzt: „Vexations“ erklingt als Loop für mechanisches Klavier.


Erik Satie (1866–1925) was a French composer whose influence reached from 20th century avant-garde music to jazz to film and even muzak. Today it doesn't seem to lose much relevance. With deviations from the then-dominant minor/major-schema, radical reductionism and a series of ideas which are as witty as they are conceptional, he has been identified as a precursor to many later developments, including minimal music, conceptual art and ambient (with Satie, that's musique d’ameublement). In his 1912 'Memoirs of an Amnesiac', Satie wrote: “Everybody will tell you that I am not a musician. This is true.“ 

'Vexations', his work of just a few bars which is to be repeated 840 times, was found in his estate papers and had its first performance in 1963 and with the help of John Cage. Duration: 19 hours. This work is probably the first in the history of European concert music that centers its aesthetics on unmitigated repetition. For a long time it was considered to be the longest work of music, until John Cages 'ORGAN²/ASLSP' surpassed this claim: a work whose current performance in Halberstadt began in 2001 and is scheduled to end in 2640.

Several approaches exist in engaging the tremendous temporal demands of 'Vexations'. Many performances were realised with groups of pianists. Some individual instrumentalists also attempted solo performances, typically cutting several hundred repetitions. Recordings such as Reinbert De Leeuw's 1983 vinyl release referred explicitly, in text and artwork, to mechanical means of adding up 840 rounds: the record was to be played 24 times.

At f(t) full automation can be experienced: 'Vexations' will be sounded as a loop for a mechanical piano.